Wir, von Egli’s unantastbarer Gnade eingesetzter und höchstpersönlich gekrönter Kaiser des ruhmreichen Eglichutzler-Reiches, lassen hiermit hochoffiziell verkünden, wie sich unsere Jubiläumsfasnacht zum 60-jährigen Bestehen in nie dagewesener Pracht zugetragen hat. Möge dieses Schreiben mit ehrfürchtigem Nicken gelesen werden. Und wer dabei schmunzelt, tut dies selbstverständlich aus reiner Untertanentreue.
Alles nahm seinen unvermeidlich glorreichen Lauf an der Fasnachtseröffnung am zehnten Tage des Januars im Jahre des Kaisers 2026. Das sonst eher friedfertige Bauernvolk zeigte plötzlich staatsstreichartige Ambitionen und nahm gleich zwei Gemeinderäte gefangen. Ein Vorgang, den wir aus kaiserlicher Sicht als mutig, aber durchaus unterhaltsam beurteilen. Noch ehe sich die Obrigkeit von ihrem Schreck erholen konnte, wurde unter lautem Jubel unser Kaiserreich ausgerufen. Die Trommeln bebten, das Volk frohlockte, und irgendwo wurde vermutlich erstmals ernsthaft über eine Karriere als einfacher Untertan nachgedacht.
Die kaiserliche Krönung, folgte am siebten Februar beim ehrwürdigen Eglichutzlerball. Während drei Abenden zuvor die Halle in Weggis in ein kaiserliches Prunkgemach verwandelt wurde, herrschte emsiges Treiben. Es wurde geschleppt, dekoriert und mit der Präzision eines leicht angeheiterten Hofbaumeisters gearbeitet, bis auch der letzte Vorhang sass. Am Balltag selbst wurden die heiligen Traditionen mit kaiserlicher Konsequenz zelebriert. Das Eglidoppel erschien dieses Jahr in einer erweiterten Version. Die Füdliwäschete wurde mit der gewohnten Diskretion durchgeführt, über deren Details wir aus Gründen der kaiserlichen Würde weiterhin eisern schweigen. Bereits beim Vor-Egliball-Apéro wurden die Stimmbänder auf Betriebstemperatur gebracht, was sich im weiteren Verlauf des Abends deutlich bemerkbar machte. Zahlreiche Vollmasken bevölkerten den Saal, Guggenmusiken sorgten für standesgemässen Lärm, die Catstrikes brachte selbst steifere Hofbeamte in Bewegung, und der Pub erfüllte seine staatswichtige Aufgabe mit bemerkenswerter Hingabe. Der kaiserliche Dank gebührt dem Turnverein, welche die Hof-Gäste mit einem wunderbarem Hofbankett verköstigten.
Am zwölften Februar versammelten sich über 250 auserlesene Gäste zur Jubiläumsfeier, um der kaiserlichen Hochzeit von Prinz Egli beizuwohnen. Durch den Abend führten Pfnueli und Jari mit der Ruhe von thronerprobten Männern. Die Halle glänzte in kaiserlichem Prunk, die Ehemaligen bewiesen eindrücklich, dass man Fasnachtsgene nicht einfach ablegt, das Jubiläumsbuch wurde feierlich vorgestellt, und die Egli-Frauen sorgten mit ihrer lyrischen Darbietung dafür, dass selbst hartgesottene Eglichutzler kurz innehielten und sich verstohlen die Augen rieben, natürlich nur wegen der Raumluft. Kulinarisch wurden die Gäste von den Eglichutzlern derart verwöhnt, dass mancher Hosenbund in diplomatische Verhandlungen treten musste. Den unbestrittenen Höhepunkt bildete die kaiserliche Hochzeit von Prinz Egli, bei der mehr Emotionen flossen als Getränke bis in die späte Nacht hinein.
Der Güdelmontag zeigte sich zunächst von seiner hinterhältig nassen Seite. Die Tagwache wurde vom Regen regelrecht eingeweicht, sodass das Kaiserreich sich kurz in die Knie gezwungen sah. Etwas später als üblich zog die unerschrockene Schar daher mit dem kaiserlichen Glücksrad durchs Dorf, wobei strategisch äusserst klug gewählte Zwischenhalte dafür sorgten, dass niemand auf dem Trockenen sitzen blieb. Beim Hotel Gotthard fand dank U-Boot jeder wieder zu innerer Stabilität, im Liquid Soul wurde die Lage weiter sondiert, und in der ehrwürdigen «Baume» beim Hotel Alexander stärkte man sich standesgemäss. Zahlreiche Ehemalige schlossen sich dem Tross an und es wurden unter den Augen von Hof-Imkern, den Dalton- (bzw. Wolfisberg-) Brüdern, sowie Prinzessinnen viele eindrückliche Ständchen gespielt. Nach einem formidablen Mittagessen und anschliessender Demaskierung (wie gewohnt gewann die Gruppe um Präsident Zurmühle) folgten der Fasnachts-Umzug in Weggis, der Kinderball und schliesslich die legendäre Secklete auf dem Dorfplatz, bei der endgültig klar wurde, dass unser Reich weiterhin fest in fasnächtlicher Hand ist.
Auch jenseits des kaiserlichen Kernlands zeigten die Eglichutzler gebührend Präsenz. In Vitznau am Höhläguggerball erschien die Hof-Delegation noch im Vorjahreskostüm als Marktfahrer und kehrte dieses Jahr, wir halten das ausdrücklich in den Annalen fest, ohne Spitalbesuch nach Hause zurück. Am Fasnachtswochenden in St. Gallen trotzte man strömendem Regen und wohnte aus nächster Nähe der konfettireichen Behandlung des Födlibörgers bei. Der Güdeldienstag in Sarnen zeigte sich zwar ebenfalls nicht von seiner sonnigsten Seite, doch der Umzug blieb trocken und lockte zahlreiche Zuschauer an, nachdem eine mutige Vorhut bereits am Vorabend die Stimmungslage erkundet hatte. Den würdigen Abschluss bildete die alte Fasnacht in Biel mit zwei Umzügen, die weniger durch Geschwindigkeit als durch ihre beinahe philosophische Gelassenheit beim Vorwärtskommen in Erinnerung bleiben werden.
Zum Schluss unseres kaiserlichen Rundschreibens neigen wir das Zepter in tiefer Dankbarkeit. Unser ehrwürdiger Dank gilt unseren grosszügigen Gönnern, allen Apéro-Spendern, den treuen Sponsoren sowie – und dies sagen wir mit besonderem Respekt – den verständnisvollen „besseren Hälften“, ohne deren Geduld, Nachsicht und gelegentliches Augenrollen dieses ruhmreiche Treiben kaum in dieser Form möglich gewesen wäre.
Gegeben zu Weggis im glanzvollen Jubiläumsjahr, unter dem unerschütterlichen Motto: Wir sind Kaiser.
In kaiserlicher Erhabenheit
Hudschibibra hudschiba
Eure Eglichutzler

