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Rückblick Fasnacht 2015

In diesen Stunden der Entbehrung und des Verzichts wagen wir einen Blick zurück:

Unser Fasnachtsjahr 2015 starteten wir am 10. Januar mit der Fasnachtseröffnung in Weggis. Anders als gewohnt organisierten wir in Vertretung der Chrutschlämpezunft diesen Anlass heuer selber. Viele Gäste, eher vom jüngeren Semester, durften wir begrüssen und bis zum asiatischen Fauxpas frühmorgens war das Fest ein voller Erfolg.

Nach einer langen Durststrecke fanden wir uns nach drei Wochen am Apéro-Tisch bei Waldispühls wieder, um uns auf den Höhleguugeler Ball vorzubereiten. Im Verlaufe des Abends erkannte unser Tambi, von welcher Intensität diese Vorbereitung sein wird. So warf er kurzerhand seine Prinzipien über Bord und stieg im Rütli mit in den Ring. Nach Epi- und Höhlenbar standen wir dann plötzlich auf der Bühne und der Auftritt war naja… durchzogen! So verblassten wir an diesem Abend neben einem stark aufspielenden Gastgeber und dem Jungchutzler Jonathan, der unser Ständchen schlafend zur Kenntnis nahm.

Dass wir es sehr viel besser können, bewiesen wir nur eine Woche später (da ich nicht selten nur zuhöre, kann ich mir dieses Urteil erlauben). An diesem 7. des Februars luden wir zum Egliball in die Sigristhofstatt-Halle und durften schon beim Abendessen das Who is Who der Egli-Ehemaligen begrüssen. Unter dem Motto Gotthard-Durchstich und vor der Kulisse etlicher toller Vollmasken und kreativ Verkleideten, spielten neben unseren lokalen Guggenmusikfreunden auch die Födlitätscher aus Luzern. Bis früh in den Morgen feierten wir die Baukünste unserer Vorfahren.
Böses Erwachen am folgenden Sonntag: Wer an diesem sonnigen Morgen in der Kirche sass, sah nur noch blau und grün, denn das blaue und das grüne Monster spielten in einer Inszenierung von Ursula Frede auf und rissen das Publikum förmlich von den Bänken. Begleitet wurde das Ensemble von der Kleinformation Oberdorfkanonen, einer Ansammlung von Filz und Filzfreunden. Am Mittag zogen wir weiter nach Küssnacht, um am grossen Fasnachtsumzug teilzunehmen. Zum ersten Mal glänzten unsere weissen Siegesschlaufen im Sonnenschein und das Grotto di Ticino mit seinem südländischen Charme gewann die Gunst der zahlreichen Zuschauer am Strassenrand. Nach dem offiziellen Umzug zogen wir weiter und wie jedes Jahr sollte es spät werden, bis der letzte Egli der Gletscherspalte entkommen wird.

Zwar nicht geplant aber doch zahlreich wohnten wir dem offiziellen Fasnachtsstart der Luzerner Fasnacht bei. Die Ente als Epizentrum forderte seine Opfer und so dauerte es nicht lange, bis Martin mit Lähmungserscheinungen abbrechen musste.
Über die Narrennacht ging‘s weiter nach Schänis, wo uns Jasmin einen wunderbaren Abend im Bahnhöfli bescherte und die jungen Wilden sich bald in einen Bibeli-Ball flüchteten. Da die Storchenbar schon geschlossen hatte und Ignaz alleine an den Chläbiwettbewerb gehen wollte, machten wir uns an den Masterplan „Egli goes Gastronomie“. So scheint der junge Erni sein Glück in der Frohen Aussicht gefunden zu haben; zur Hochzeit gibt’s Toast Pirate und auch der Alpenhof in Küssnacht soll in greifbarer Nähe sein. Tatsache ist, dass der Verein ohne Anteilsscheine und Aktien am Sonntagabend wieder in Weggis eintraf. Zurück in der Heimat begingen einige Systemkritische das, was schon die ganze Fasnacht für reichlich Gesprächsstoff sorgte: die GV des U-Boot-Club! Als Reaktion zur Affäre Mundprecht (der Tagespresse zu entnehmen) strichen die Ehrenpräsidenten in einer Sondersitzung die, Zitat: „Überwindung des Filzes“, als Fernziel, schlugen einen filzfreundlicheren, jedoch immer noch kritischen Weg ein und eröffneten die GV 2016 für alle Freunde des U-Boots. Zum neuen Präsidenten wählte der Ehrenpräsidentenrat Markus Zurmühle, der die Wahl hochjubelnd annahm.

Mit einigem U-Bootbrummen im Kopf ging‘s am Montag pünktlich um 6.00 mit der Tagwache durchs Dorf los. Nach vielen Stunden im Vik stillte uns Muck im Tischital das Knurren im Magen mit leckerem Braten und wir liessen den Abend an der kleinen aber feinen Beizenfasnacht mit Theatereinlagen und Schnitzelbänken ausklingen.

Den letzten offiziellen Fasnachtsakt begingen wir am Dienstag in Sarnen mit dem alljährlichen Fasnachtsumzug. Wer weiss, ob‘s nächstes Jahr ein längerer Aufenthalt wird? Das war‘s mit Feiern und Festen, aber da war doch noch was:

Nicht nur der Entsorgi Tobias brach dieses Jahr mit Traditionen, nein, sondern auch der Vorstand. In langen Diskussionen überzeugte der Tambi schlussendlich auch das Komitee CDeAde und die Bruderschaft der alten Wilden von der Wichtigkeit eines musikalischen Zeitdokuments und so trabten wir mehr oder weniger unfreiwillig bei René und dem Eglirecycler Matteo im Tonstudio Soundville in Luzern an. Bald wich die anfängliche Skepsis einer grossen Konzentration und so füllte sich Schritt für Schritt die Egliplatte. Das Abendprogramm gestalteten die Mitglieder nach Lust und Laune. Die Abteilung Sturm und Drang um Manuel kämpfte sich durch die Frankenstrasse währen sich der intellektuelle Teil des Horn/Bass-Registers tiefschürfenden Diskussionen zur aktuellen Situation der freien Kulturszene Luzern in der Eisengasse widmete. Summa summarum standen am Sonntag um 9.00 Uhr wieder alle pünktlich hinter ihrem Mikrofon („stehen“ ist in diesem Fall ein sehr offener Begriff; so übte sich der alte Hediger in einer sehr modernen Auslegung des „Stehens“, welche sich weniger an der konventionellen Vertikalität orientierte, sondern eher die Horizontalität in der Vordergrund stellte).

Die Krönung der Aufnahmen war ein Überraschungsbesuch unseres CD-Gotti Moni Weingartner und des CD-Göttis Beppo Bretsch mit hochverdienten Erfrischungen und dem Dirigenten fiel ein Stein vom Herzen, der jedes Wohnquartier in eine Schutzzone verwandeln würde. Unserem Patenpaar, welches mit einer Mischung von bestechender Schönheit und grosser Erfahrung unsere CD durchs Jubijahr begleiten und unterstützen wird, möchten wir an dieser Stelle schon einmal herzlich danken! Ein weiterer Dank gilt unseren Gönnern, Fans und Frauen, die uns jedes Jahr supporten und helfen, die Weggiser Fasnachtskultur am Leben zu erhalten.

Zum Schluss möchte ich den Teil der Damenwelt beglücken, die sich nur aus einem Grund durch diesen Artikel gekämpft hat. Ein, zwei Worte zu unserem Beau: Die gross angekündigte gestik-moralische Wende scheint ein langwieriger Prozess zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass es bei ihm nicht wie damals beim Rheinländer erst nach 7 Jahren zu einer realen solchen kommt.

 

Wie freuen uns auf ein Wiedersehen!

Hudschibibra Hudschiba
Eglichtzler Weggis